Geschäftskonto

Bilanzierungspflicht

Freiberufler und Selbstständige können den Gewinn immer mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermitteln, egal wie hoch der Umsatz und der Gewinn sind. Im Gegensatz zur doppelten Buchführung bei Bilanzierungspflichtigen ist eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung sehr einfach zu erstellen.

Kleingewerbetreibende dürfen Ihren Gewinn - wie alle Freiberufler und Selbstständige - auch mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermitteln.

Aber wann ist man Kleingewerbetreibender ? Dafür hat das 'Finanzamt' im § 141 AO Umsatz- oder Gewinngrenzen benannt. Die Grenze für den Umsatz beträgt derzeit 500.000,- € und die Gewinngrenze beträgt 50.000,- €

Das Finanzamt hat das Recht den Gewerbetreibenden zur Bilanzierung aufzufordern, wenn die zuvor genannten Umsatz- oder Gewinngrenzen überschritten worden sind. Die Mitteilung muss spätestens 1 Monat vor Beginn des Geschäftsjahres erfolgen, ab dem bilanziert werden soll.

Es gibt aber noch weitere Vorschriften, die dazu führen können, dass ein Gewerbetreibender Bilanzieren muss. § 140 AO (Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten nach anderen Gesetzen) ist eine solche Vorschrift und diese lautet wie folgt: 'Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen.'

§ 141 AO besagt, dass beispielsweise jeder Gewerbetreibende bilanzieren muss (auch ohne das die Umsatz- oder Gewinngrenzen gemäß § 141 AO überschritten sind), wenn dieser z.B. nach HGB verpflichtet ist, als Vollkaufmann Bücher zu führen.

Ab einer gewissen Größe (z.B. Anzahl Arbeitnehmer, Umsatz, Gewinn) wird man als Gewerbetreibender automatisch Vollkaufmann i.S.d. Handelsgesetzbuches (HGB). Und wer als Unternehmer die Umsatzgrenzen oder Gewinngrenzen des § 141 AO überschreitet, wird im Regelfall Vollkaufmann sein. Dann müsste das Finanzamt nicht einmal zur Bilanzierung auffordern, da ein Vollkaufmann laut HGB schon verpflichtet ist, Bücher zu führen.